Wiederverwendung von sekundären Rohstoffen und Restströmen, intern wie extern
Die Ziegelei verwendet für die Herstellung ihrer Fassadenziegel und Pflasterklinker fast zu 50 % recycelte Rohstoffe aus nahegelegenen Infrastrukturprojekten und Bauprojekten. Dieser Kreislaufansatz bei der Rohstoffnutzung wird seit Jahren praktiziert und führt zu einem vielfältigen Mix an Ausgangsstoffen, die den Fassadenziegeln und Pflasterklinkern ihr einzigartiges Aussehen verleihen.
Anlässlich des 160-jährigen Jubiläums kam 2024 der Circular Brick auf den Markt. Diese Produktkategorie steht beispielhaft für die Kreislaufwirtschaft und den verantwortungsvollen Umgang mit Materialien in der Branche. Dieser zirkuläre Fassadenziegel fördert die Kreislaufwirtschaft durch das Recycling und die Wiederverwendung von sekundären Rohstoffen, aus denen ein völlig neuer Ziegelstein hergestellt wird. Die Idee entstand unter anderem durch die Teilnahme am „Green Deal Circulair Bouwen”, dem Grünen Deal für Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Für diesen Fassadenziegel wird eine spezielle Charge ausschließlich aus bereits verfügbaren, nicht neu gewonnen Rohstoffen hergestellt. Dieser Produktionsprozess besteht daher zu 100 % aus Rohstoffen aus unseren eigenen Reststoffströmen, aus Infrastrukturprojekten oder anderen Produktionsstätten. Farbe, Zusammensetzung und Menge der Ziegel werden somit ausschließlich durch die jeweils verfügbaren sekundären Rohstoffe bestimmt.
Wiederverwendung fertiger Produkte durch primäre Zirkularität
Wenn alte Gebäude demontiert werden, können viele Materialien, insbesondere alte Fassadenziegel, noch eine lange Lebensdauer aufweisen, wenn sie einer neuen Verwendung zugeführt werden. Es wäre daher schade, sie nicht optimal zu nutzen. Die Rückgewinnung und Wiederverwendung alter Ziegelsteine, sogenannter Recycling-Ziegelsteine, gewinnt im Kontext der Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Es gibt unzählige Beispiele, in denen rückgewonnene Ziegelsteine in verschiedenen Einsatzbereichen wiederverwendet werden können, sei es am selben Ort oder anderswo, für Restaurierungsarbeiten oder Neubauprojekte, sowohl für traditionelle als auch für moderne Bauvorhaben.
Auch Pflasterklinker bieten ein enormes Kreislaufpotenzial und können mehrfach wiederverwendet werden, entweder vor Ort bei einer Renovierung oder in einem anderen Projekt. So wurden beispielsweise auf dem Grote Markt in Sint-Niklaas die vorhandenen Pflasterklinker von Vande Moortel sorgfältig entfernt und bei der Neugestaltung des Marktplatzes wiederverwendet. Von den über 1,2 Millionen Pflasterklinkern des alten Marktplatzes werden über 60 % im neuen Projekt wiederverwendet, vorwiegend im Randbereich des Platzes und an den Übergängen zu den angrenzenden Straßen. Die bei der Neugestaltung nicht genutzten Steine, bringt Vande Moortel als Recycling-Pflasterklinker wieder neu auf den Markt. Dieses Prinzip bezeichnen wir hier als primäre Zirkularität.

Rückgewinnung durch Urban Mining oder sekundäre Zirkularität
Neben der Wiederverwendung von Produkten gemäß ihrem ursprünglichen Zweck ermöglichen wir gebrauchten Fassadenziegeln und Pflasterklinkern auch eine neue Nutzungsart, beispielsweise durch Urban Mining. Diese sekundäre Zirkularität beinhaltet das Zerkleinern von Ziegelsteinen zu grobem Schotter, der dann einer neuen Verwendung zugeführt wird, als Straßenbelag und als wasserdurchlässige Versickerungsschicht. Auch Ziegelbruch von Abrissbaustellen kann recycelt und als Fundamentschicht wiederverwendet werden. Der Kirchgarten der Sint-Gertrudius-Kirche in Wetteren ist ein Paradebeispiel für die Wiederverwendung vorhandener Materialien. Dort wurden gemahlene Fassadenziegel und Pflasterklinker als wasserdurchlässige Versickerungsschicht genutzt. Auch auf dem Parkplatz des Vande-Moortel-Geländes wurden gemahlene Ziegel als Oberflächenmaterial wiederverwendet. Die gemahlenen Pflasterklinker wurden obenauf als wasserdurchlässige Schicht aufgetragen. Eine zirkuläre Wiederverwendung von Pflasterklinkern, die nicht mehr in ihrem ursprünglichen Sinne genutzt werden können. Prinzipiell müssen Pflasterklinker daher eigentlich nie zu Bauabfall werden. Selbst für Tennisplätze werden gemahlene Ziegelsteine als Belag eingesetzt, sodass auch hier eine Rückgewinnung im Sinne einer Kreislaufwirtschaft stattfinden kann.
Auf diese Weise wird der Abfallstrom minimiert und Materialien werden auf zwei Arten zirkulär genutzt: durch die Wiederverwendung von Produkten in ihrem ursprünglichen Zustand oder durch deren neue Verwendung, beispielsweise als Ziegelbruch in einer Versickerungsschicht oder als Bauschutt in einer Fundamentschicht.

Bauen mit zirkulärem Mauerwerk
Auch bei der Verwendung von Fassadenziegeln bei Mauerarbeiten kann man im Sinne einer Kreislaufwirtschaft vorgehen. Um die Zirkularität beim Mauern zu verbessern, werden alternative Mörtel auf Basis natürlicher und umweltfreundlicher Rohstoffe entwickelt. Neben dem Mauermörtel wird auch an der Entwicklung geeigneter Fugenmörtel gearbeitet, um diese in das Angebot zirkulärer Baustoffe mitaufzunehmen. Alle Mörtel werden im Hinblick auf ihre Zusammensetzung, ihre technischen Eigenschaften und ihre Einsatzmöglichkeiten bewertet. Dabei besteht das Ziel letztendlich darin, dass ein Mauerwerk sich später bei Bedarf wieder einfach demontieren lässt, sodass die verwendeten Materialien gut erhalten bleiben und vollständig für neue Fassaden verwendet werden können.
Wiederverwendung von Wasser
Für die Herstellung unserer Fassadenziegel und Pflasterklinker verwenden wir ausschließlich Oberflächenwasser und verzichten auf städtisches Wasser. Zudem gibt es bei uns keine Einleitung von Wasser; auch führen wir alle Wasserströme wieder der Produktion zu.