Haus GOE Köln
privat
Benjamin von Pidoll Architektur
Backstein Kontor Köln – Klinkerbau Nöbel
Wilder Verband
Fotos: © Marie Kreibich
Mit dem German Design Award 2026 ausgezeichnetes Wohnprojekt
Das Haus GOE befindet sich auf einem prominenten Eckgrundstück in einem historischen Arbeiterviertel in Köln und ist ein raffiniertes Beispiel für zeitgemäßes urbanes Wohnen, das sich durch Kontextsensibilität auszeichnet. Das von Benjamin von Pidoll Architektur entworfene Projekt ersetzt ein bestehendes Gebäude, das den räumlichen, baulichen und ökologischen Anforderungen in der dichten innerstädtischen Lage nicht mehr gerecht wurde. Nach einer sorgfältigen Analyse der Einschränkungen und Potenziale des Standorts entwickelten die Architekten eine neue Wohnstruktur, die der städtischen Dichte, den Tageslichtverhältnissen und einer langfristigen Anpassungsfähigkeit entspricht.

Das Gebäude fügt sich nahtlos in die traditionelle Blockbebauung sowie die bestehende Straßenführung ein und nimmt die Geometrien des umgebenden Straßenbildes auf. Subtile architektonische Merkmale, wie die Straßenkurve und die charakteristische Ecklage, werden mit Zurückhaltung und zugleich Klarheit neu interpretiert. Ein markantes Eckfenster im Obergeschoss erinnert an das ursprüngliche Gebäude, übersetzt es jedoch in eine zeitgenössische Architektursprache, die sich durch minimalistische Details und präzise Materialwahl auszeichnet. Das Haus GOE präsentiert sich als ruhige und dennoch selbstbewusste urbane Präsenz: respektvoll gegenüber seinem Kontext, aber eindeutig seiner Zeit entsprechend.
Auf konzeptioneller Ebene erkundet das Projekt, wie ein Privathaus offen mit dem öffentlichen Raum interagieren kann, ohne dabei an Intimität einzubüßen. Ein patioähnlicher Vorgarten fungiert als Übergangspuffer zwischen Straße und Innenraum, der Licht und Blicke hereinlässt und gleichzeitig die Privatsphäre bewahrt. Im Inneren ist das Raumkonzept von japanischen Prinzipien der Flexibilität und Offenheit inspiriert. Raumhohe Schiebetüren ermöglichen es, den weitgehend offenen Grundriss bei Bedarf in kleinere, intimere Bereiche zu unterteilen. Diese anpassungsfähige Raumaufteilung spiegelt die Lebensphase der Kunden wider: eine Phase, die von Unabhängigkeit, klaren Vorlieben und dem Wunsch nach räumlicher Freiheit geprägt ist.

Die Materialität steht im Mittelpunkt des architektonischen Konzepts von Haus GOE, wobei die Verblendziegel linea 7035 maßgeblich die Identität des Hauses prägen. Ausgewählt aufgrund ihrer handwerklichen Qualität, ihres zeitlosen Charakters, ihrer Robustheit und ihres subtilen hellen Grautons mit warmen, beigefarbenen Untertönen, schaffen die belgischen Verblender linea 7035 eine ruhige, nuancierte Fassade. Diese harmoniert mit dem historischen Kontext Kölns und weist gleichzeitig eine zeitgemäße Präsenz auf. Die schlanken Proportionen und die taktile Oberfläche der Ziegel unterstreichen den minimalistischen Ausdruck. Gleichzeitig entsprechen die langlebigen Ziegel dem nachhaltigen Low-Tech-Ansatz des Projekts und gewährleisten eine langfristige Ästhetik des Hauses.
Die Verblendziegel werden auch auf elegante Weise in ausgewählten Bereichen im Innenraum eingesetzt und lassen die Grenze zwischen Innen und Außen verschwimmen. In Kombination mit einer harmonischen Farbpalette aus leicht gebeizter Eiche, Travertin, kaschmirgrauem Lack und Sichtbeton verstärken sie das Gefühl des Fließens, der visuellen Ruhe und einer Materialkontinuität auf allen drei Ebenen und vereinen so Innen und Außen in einer stimmigen, taktilen architektonischen Einheit.

Nachhaltigkeit wird durch eine robuste Bauweise, eine langlebige zweischalige Ziegelfassade, erneuerbare Energiequellen und natürliche Belüftung und Beschattung erreicht. Das Tragwerksystem ermöglicht eine zukünftige Umgestaltung und gewährleistet so eine langfristige Nutzbarkeit.
Für seine architektonische Qualität, seine intelligente Materialwahl und seine durchdachte städtebauliche Integration wurde das Haus GOE mit dem German Design Award Winner 2026 ausgezeichnet. Hiermit wird sein Status als inspirierendes Vorbild für zeitgenössische Wohnarchitektur in dicht bebauten städtischen Kontexten bestätigt.
Nieuw Zuid in Antwerpen ist eine schöne Form zeitgenössischer Stadtentwicklung. Die Umgestaltung des Geländes eines ehemaligen Güterbahnhofs macht die Stadt angenehmer und erhöht die Lebensqualität.